| Bauen & Wohnen: Richtig sparen | |||
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Eigenleistung, Einsteigerhäuser oder einfach eine gute Planung – dass im Hausbau jede Menge Sparpotential steckt, zeigen die folgenden Tipps. Auch wenn die Slogans großer Elektronikhändler etwas anderes suggerieren: Geiz ist nicht immer geil, und „Es lebe billig!“ gilt nur dann, wenn man am Ende nicht selbst der Dumme ist. Zugegeben, in Deutschland wird es vor allem jungen Familien nicht unbedingt leicht gemacht, Immobilien zu erwerben, geschweige denn zu errichten. |
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Da wurden in den vergangenen Jahren Bausparprämien gesenkt, und die Eigenheimzulage beschnitten. Als ob es nicht schon beschwerlich genug wäre, ein erschwingliches Grundstück zu finden und zu bezahlen. So wird Bauen nicht umsonst landläufig als „das letzte große Abenteuer“ bezeichnet. Dabei ist es mit den richtigen Partnern und einer guten Vorbereitung einfacher zu bewerkstelligen, als viele denken – und dazu noch ein lohnendes Abenteuer.
Weitsicht, Zurückhaltung und Eigeninitiative könnten die drei Zauberworte sein, die den Immobilieneinstieg ermöglichen. Was diese drei „Bautugenden“ ganz konkret an Sparpotential beinhalten, können Sie der großen Tabelle auf der rechten Seite entnehmen. Prinzipiell sollte man sich bei einem Bauvorhaben ausreichend Zeit für die Planung nehmen. So lassen sich zum Beispiel die Preise verschiedener Anbieter oder Handwerker bequem miteinander vergleichen, und bei der Suche nach dem passenden Grundstück ist das erstbeste Bauland in der Regel nicht wirklich das günstigste.
Weitsicht sollte auch in Bezug auf die Energiefaktoren für das Haus selbst gelten. Die Klimafaktoren, der Sonnenstand und die architektonische Gestaltung des Eigenheims können über Jahrzehnte helfen, Kosten zu sparen. Wie? Beispielsweise durch die Ausrichtung der Hauptfassade und -wohnräume nach Süden (sofern das die Vorschriften des Bebauungsplans zulassen).
Nicht zu unterschätzen sind auch Rabatte, die man sich sichern kann, wenn mehrere Bauherren gemeinsam Material für die heimische Baustelle ordern. In der Regel gilt hier: Je größer das Auftragsvolumen, desto günstiger die Preise. Vielen Bauherren fällt Zurückhaltung besonders schwer. Kleinere Grundstücke, einfachere Grundrisse, keine High-End-Ausstattung – das alles ist oft ohne Verlust an Wohnqualität möglich und kann zehntausende Euro sparen. Dran denken: Später kann man vieles gut nachrüsten, was anfänglich nicht ins Budget passt.
Und dann wären da noch die Eigenleistungen, die so genannte „Muskelhypothek“. Damit diese auch zum Vorteil, genauer: zur Kostenersparnis wird, sollte man – was Zeit und Können angeht – lieber vorsichtig planen. Verzögerungen durch Krankheit oder die eigene Berufstätigkeit können bei anderen Gewerken sogar zu extremen Preisanstiegen führen.
| Spartipps für Bauherren – und was sie bringen | |||
Von Grundstückssuche bis Bauberatung In Sachen Planung, Bauabwicklung und Eigenleistung kann von Beginn an gespart werden. Dabei sind es nicht nur die großen Arbeiten, die ins Gewicht fallen
- Grundstück
Lässt man ohnehin fertig bauen, hat oft der Anbieter günstiges Bauland im Angebot. Entscheidet man sich dann zum Beispiel für ein Grundstück mit 600 statt mit 800 Quadratmetern, wird es nochmals um einiges billiger.
Einsparpotential: bis zu 30.000 Euro (bei 150 Euro/m²) - Erbpacht
Oft verfügen Gemeinden über Grundstücke, die über Laufzeiten von zum Beispiel 99 Jahren verpachtet werden. Vorteil: Es ist weniger Eigenkapital nötig, der monatliche Erbpachtzins ist überschaubar, und der Immobilieneinstieg wird einfacher.
Einsparpotential: bis zu mehreren hundert Euro im Monat - Wohnfläche
Weniger ist – vor allem auf dem Konto – mehr. Wer sich statt auf die üblichen 150 auf 120 Quadratmeter beschränkt, kann ordentlich sparen und sich dafür woanders mehr leisten.
Einsparpotential: bis zu 15.000 Euro (pro 10 m² weniger) - Bauberatung
Mängel mit Folgekosten von 50.000 Euro treten bei vielen tausend Bauvorhaben auf. Der Beitrag beim Verband Privater Bauherren, der eine Rundumbetreuung am Bau bietet, beläuft sich auf ein Prozent der Baukosten.
Einsparpotential je nach abgewendeten Baumängeln: mitunter 50.000 Euro - Fertighaus
Oftmals sind Häuser in Systembauweise ohnehin günstiger als massiv errichtete Eigenheime. Wenn Haushersteller ihre Standardmodelle noch als Aktionshaus anbieten, kann das zusätzliche Kosten sparen.
Einsparpotential: bis zu 10.000 Euro - Carport statt Garage
Die einfachste Ausführung der Unterstellmöglichkeit fürs Auto kostet einige hundert Euro, während man bei einer gemauerten Garage oder einer aus Fertigteilen errichteten leicht mit mehreren tausend Euro dabei ist.
Einsparpotential: einige tausend Euro - Garten selbst anlegen
Je nach Geschick und Zeit kann der Bauherr bei der Gartenanlage mitwirken. Rasen, Wege, Zufahrten oder Mauern lassen sich in Eigenregie anlegen. Wer auch die Planung selbst übernimmt, spart zusätzlich: Die Beratung durch einen Gartenarchitekten kann teuer sein.
Einsparpotential: einige tausend Euro - Selbst mitbauen
Abhängig von den handwerklichen Fähigkeiten und den zeitlichen Freiräumen kann der Bauherr die Baugrube selbst ausheben (mit Bagger, versteht sich!), das Dach dämmen, Bodenbeläge verlegen oder Fliesen und Tapeten anbringen.
Einsparpotential: 20.000 Euro (und mehr) - Bauherrengemeinschaft
Wer sich mit anderen Bauherren zusammenschließt, kann nicht nur während der Bauphase, sondern auch im späteren Betrieb Kosten sparen – im Hinblick auf gemeinsame Anschlüsse, die Leitungsgräben oder die gemeinsame Heizungsanlage.
Einsparpotential: bis zu 10.000 Euro - Mauerwerk
Bei einem frei stehenden Haus bringen der Verzicht auf ein zweischaliges Mauerwerk und die Verwendung hochdämmender Steine aus Porenbeton oder eines Wärmeverbundsystems Ersparnisse.
Einsparpotential: um 20.000 Euro - Fassade
Es muss nicht immer Klinker sein. Eine Holzverschalung oder ein Wärmeverbundsystem ist deutlich günstiger. Nicht vergessen sollte man jedoch, dass beides auch pflegeintensiver ist.
Einsparpotential: bis zu 20.000 Euro - Dach
Einfach ist günstig – nach dieser Devise kann man die verschiedenen Dachformen einteilen. Das Pultdach ist preiswerter als das Satteldach, ein Walmdach wiederum ist teurer.
Einsparpotential: bis zu 15.000 Euro - Dachgeschoss für später
Fertighaushersteller bieten oft Ausbauhäuser an, bei denen Familien erst im Erdgeschoss wohnen und das Dachgeschoss später ausgebaut wird. Selbiges geht auch bei massiver Bauweise. Aber: Anschlüsse ins Obergeschoss nicht vergessen!
Einsparpotential: 30.000 Euro (und mehr) - Keller
Zugegeben: der Standardvorschlag, um beim HausbauGeld zu sparen. Aber mit einem großen Gartenhaus als Ausgleich (Achtung: Oft ist eine Baugenehmigung erforderlich) kann ein Verzicht auf den Keller tatsächlich eine Überlegung wert sein.
Einsparpotential: bis zu 30.000 Euro (bis zu 15 Prozent der Baukosten) - Selber ausbauen
Die wetterfeste Haushülle wird angeliefert, und der Innenausbau ist Sache des Bauherrn. Ein günstiger Plan, der in puncto Zeit und Belastbarkeit sehr gut durchdacht sein will.
Einsparpotential: bis zu 50.000 Euro


