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Keine Angst vor Schimmel Besser Wohnen im Gespräch mit Dr. Thomas Schwingenschlögl, Facharzt für Innere Medizin, Rheumatologie und Ernährungsmedizin. Er sagt, wie man ambesten mit Schimmel umgeht.
Besser Wohnen: |
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Dr. Schwingenschlögl:
Viele Antibiotika wie z.B. das Penicillin werden mithilfe von Schimmelpilzen hergestellt. Manche Schimmelpilzarten können uns Menschen dagegen schaden. Ihre Sporen lösen Allergien und Atembeschwerden wie Asthma aus, sie erzeugen Pilzgifte in verdorbenen Lebensmitteln und damit Übelkeit und Durchfälle.
Feuchte Wohnungen mit Pilzbefall führen zu unspezifischen Symptomen wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Kopfschmerzen bis hin zu Migräne, Konzentrationsstörungen, Hautirritationen sowie Augen-, Nasen und Ohrenreizung.
Pilze können sich aber auch in unserem Körper einnisten und Organe wie Leber und Lunge befallen und damit schwere Krankheiten auslösen.
Besser Wohnen:
Welche Arten von Schimmelpilzen gibt es und wie sehen diese aus?
Dr. Schwingenschlögl:
Es gibt viele Arten von Schimmelpilzen, die sich voneinander teils erheblich unterscheiden. Alle sind aus zahlreichen feinen Fäden aufgebaut. Die Farbe kann von Grünlich über Weißlich bis Grau alle Töne annehmen. Denken Sie nur an ein verschimmeltes Stück Brot.
Unter Schimmel versteht man die mit bloßem Auge sichtbaren oberflächlich liegenden Strukturen der Pilze. Für ihr Wachstum benötigen Schimmelpilze viel Feuchtigkeit und Nährstoffe wie Lebensmittel, Erde, Tapeten, Spannteppiche oder Dispersionsfarben. Schimmel führt zu dunklen Flecken und einem schlechten, muffig-erdigen Geruch in Wohnungen und Häusern.
Besser Wohnen:
Warum sollte man befallene Lebensmittel zur Gänze entsorgen?
Dr. Schwingenschlögl:
Sie sollten dieses am besten gleich weg werfen, da sich der Schimmel oft unsichtbar über das ganze Lebensmittel ausbreitet. Eine Lagerung im Kühlschrank bei Temperaturen um die 4°C kann Schimmelwachstum nicht stoppen. In der Tiefkühltruhe dagegen wächst Schimmel nicht mehr.
Besser Wohnen:
Unter welchen Bedingungen entsteht Schimmel im Wohnbereich?
Dr. Schwingenschlögl:
Schimmelpilze kommen in fast allen feuchten Räumen vor. Tapeten, Teppichböden, Gipskartonwände, Holz, Pflanzenerde oder lockere Fliesen sind ideale Wohngelegenheiten für Pilze. Die Feuchtigkeit kann verschiedene Ursachen haben: gebrochene Wasserleitungen und undichte Stellen in den Wänden, schlechtes Mauerwerk, eindringendes Regenwasser und vor allem Kondenswasser in schlecht gelüfteten Wohnungen.
In der Zeit des Energiesparens und gut isolierter Fenster kann die Feuchtigkeit aus den Wohnungen oft nicht mehr entweichen, wie das früher bei den undichten alten Holzfenstern der Fall war.
Besser Wohnen:
Welche Maßnahmen gibt es, Schimmelpilz von vornherein zu vermeiden?
Dr. Schwingenschlögl:
Man sollte jeden Tag gründlich Lüften (kurzes Stoßlüften ist besser als das Kippen der Fenster den ganzen Tag über) und schauen, dass die Räume nicht zu kalt sind. Denn kalte Luft nimmt weniger Feuchtigkeit auf als warme, es bildet sich mehr Kondenswasser.
Möbel, die an der Wand stehen, fördern ebenfalls die Schimmelbildung, da dahinter die Luft zuwenig zirkulieren kann. Möbel sollten einen Abstand von zumindest 8cm zur Wand haben. Die wichtigste Maßnahme gegen Schimmel ist also eine „Trockenlegung“ der Räume. Das Eindringen weiterer Feuchtigkeit muss unterbunden werden.
Besser Wohnen:
Was kann man tun, wenn Schimmel entsteht?
Dr. Schwingenschlögl:
Sind Räume mit Schimmel befallen, gehören der Schimmel und alle schimmeligen Materialien wie Mauerwerk, Böden oder Tapeten entfernt. Danach muss gründlich desinfiziert werden. Wasser und normale Reinigungsmittel genügen hier aber nicht. Nur manche Desinfektionsmittel wie Wasserstoffperoxid, Natriumhypochlorid und Peressigsäure töten Schimmel ab.
Alkohol tut das nicht. Vermeiden Sie, durch Wischen mit einem schmutzigen Tuch den Schimmel in der Wohnung zu verteilen. Heiße Luft über 45°C (z.B. ein Föhn) tötet Schimmelpilze ab, auch Bestrahlungen mit ultraviolettem Licht.
Text: Mag. Petra Steinmaier Mail: redaktion@besser-wohnen.co.at



